Alternative Antriebe und ­Kraftstoffe

Biokraftstoffe (Biodiesel/Bioethanol):

Seit 1. Oktober 2007 werden 4,3% des fossilen Kraftstoffs in Österreich verpflichtend durch Bio­kraftstoffe substituiert – zum überwiegenden Anteil mit der Beimischung von Biodiesel zu fossilen Diesel – und von Bioethanol zu Benzin. Im Jahr 2007 wurden in Österreich im vierten Quartal bereits rund 4,85% der fossilen Kraftstoffe substituiert. Mit Oktober 2008 trat das EU-Ziel von 5,75% Substitution durch Biokraftstoffe (7% Biodiesel B7; 5% Bioethanol B5) in Österreich in Kraft, derzeit liegt der Anteil von Biokraftsoffen bei 6,75%. Neben der Beimischung werden Biokraftstoffe von Flottenbetreibern unvermischt als 100% Biodiesel B100 oder als reines Pflanzenöl eingesetzt. Das BMLFUW unterstützt im Rahmen seiner klimaaktiv mobil Beratungs- und Förderprogramme den Einsatz von reinen Biokraftstoffen.

E85-Superethanol:

E85-Superethanol ist ein Treibstoffgemisch, das bis zu 85% aus Bioethanol und 15% aus Benzin besteht. Der Energiegehalt des E85-Kraftstoffes ist zwar geringer als der von Benzin, im Vergleich zu Benzin ist allerdings mit einer Leistungssteigerung durch die hohe Oktanzahl zu rechnen. E85 kann nur in speziell adaptierten benzin­getriebenen Fahrzeugen, so genannten Flexible Fuel Vehicles (FFVs) eingesetzt werden. Durch den Einsatz von E85-Kraftstoff ergeben sich durch den aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnenem Bioethanol- Anteil zum Teil erhebliche Reduktionen des fossilen CO2-Ausstoßes. Zur Förderung dieses Kraftstoffs haben Umweltminister Nikolaus Berlakowitsch gemeinsam mit Partnern aus der landwirtschaftlichen Produktion, der Mineralölindustrie und der Fahrzeugindustrie ein Aktionsprogramm zur Forcierung von E85-Superethanol unterzeichnet. Mit dem klimaaktiv mobil Programm des BMLFUW werden E85-Superethanol Fahrzeuge unterstützt.

Hybridantriebe

Hybridkonzepte kombinieren Verbrennungskraftmaschine (Benzin-/Dieselantrieb) und Elektromotor und sind vor allem in Ländern wie Japan und Kalifornien bereits stärker verbreitet. Je nach Betriebsart (z.B. Stadt oder Überland) wird der optimale Antrieb gewählt. Beim Fahren mit dem Elektromotor können lokal sogar Null-Emissionen erreicht werden. Die Bewegungsenergie kann beim Bremsen zum Aufladen der Batterie genutzt werden. Durch Hybridisierung des Antriebs können insbesondere bei großen Pkw wesentliche Kraftstoffeinsparungen erzielt werden. Nachteilig sind die z. T. noch etwas höheren Anschaffungskosten und die geringe Auswahl an Fahrzeugmodellen; die Modellvielfalt ist aber auch in Europa steigend. Hybridfahrzeuge sind gerade im Stadtverkehr ökonomisch und ökologisch interessant. Mit dem klimaaktiv mobil Programm des BMLFUW wird die Anschaffung von Fahrzeugen mit Hybridantrieb unterstützt. Plug-in Hybridfahrzeuge (PHEV) sind die nächste Generation von Hybridfahrzeugen und haben einen leistungsstärkeren Elektroantrieb für rein elektrisches Fahren über längere Strecken. Zum Aufladen der Batterie wird das Fahrzeug über ein externes Kabel und Stecker mit dem Stromnetz verbunden (Plug-in). Der ­Verbrennungsmotor wird nur für längere Distanzen benötigt oder um das Ladeniveau der Batterie zu halten.

Elektrofahrzeuge

Batteriebetriebene Elektrofahrzeuge weisen wesentliche Vorteile, wie Lärmvermeidung und lokale Null-Emissionen und einen drei- bis viermal höheren Wirkungsgrad als konventionelle Verbrennungskraftmaschinen auf. Derzeitige Batterien in einem durchschnittlichen Pkw gewährleisten Reichweiten um 150 km bis 200 km; dieser Nachteil kann durch ein ausreichendes Netz von E-Ladestationen, an denen die Akkus z.B. auch schnell aufgeladen werden, ausgeglichen werden. Für bestimmte Einsätze (Lieferfahrzeuge im städtischen Umfeld, Tourismus) werden Elektrofahrzeuge seit längerem eingesetzt. Wird die elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen, wie Photovoltaik, Wind und Wasserkraft produziert, so wird eine nachhaltige, umweltfreundliche Lösung für die Mobilität erreicht. Elektrofahrzeuge sind von der NOVA und der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen. Unternehmer können beim Kauf reiner Elektrofahrzeuge den Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen und der Sachbezug für die Privatnutzung für MitarbeiterInnen entfällt. Dadurch und mit Hilfe des klimaaktiv mobil Programms des BMLFUW wird die Markteinführung von Elektrofahrzeugen unterstützt. In Zukunft werden auch Elektro-Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerung (Range Extender, REX) bzw. E-Fahrzeuge mit verlängerter Reichweite (REEV) vermehrt auf den Markt kommen. Der Antrieb ist rein elektrisch, wobei ein kleinerer Verbrennungsmotor über einen Generator den Elektromotor unterstützt und damit eine größere Reichweite ermöglicht oder das Ladeniveau der Batterie hält. Das vollständige Aufladen der Batterie geschieht über den externen Kabelanschluss an das Stromnetz.

Erdgas/Biogas (CNG)

Die Verwendung von komprimiertem Methangas (CNG) reduziert den Ausstoß von Schadstoffen wie Stickoxiden, Partikeln und Kohlenwasserstoffen im Vergleich zu Benzin- und Dieselfahrzeugen zum Teil beträchtlich. Auch bei den CO2-Emissionen ergeben sich Vorteile. Erdgas ist als Treibstoff günstiger als Benzin und Diesel, was einen Einsatz zum Beispiel in Flotten besonders interessant macht. Neben Erdgas soll auch Biogas als Fahrzeugkraftstoff eine wesentliche Verbreitung finden - nicht nur durch Einzelanlagen, sondern auch durch Einspeisung ins Gasnetz. Biogas bringt erhebliche Umweltvorteile. Daher hat das BMLFUW gemeinsam mit der OMV ein Aktionsprogramm zur Forcierung von Erdgas und Biogas als Kraftstoff gestartet. Die meisten Autohersteller haben für den Betrieb mit komprimiertem Methangas optimierte Fahrzeugmodelle (monovalent Betrieb) im Programm. Auch die Tankstelleninfrastruktur wird ständig ausgebaut (175 öffentliche Erdgastankstellen in Österreich, Stand: März 2013). Mit dem klimaaktiv mobil Programm des BMLFUW werden Methangasfahrzeuge unterstützt.

Flüssiggas (LPG)

Diese Fahrzeuge werden mit Flüssiggas (Propan/Buthan-Gemisch) angetrieben.

Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb

Hier wird mittels Wasserstoff-Brennstoffzellen elektrischer Strom erzeugt und zum Antrieb eines Elektromotors ­verwendet. Die „Abgase“ solcher Fahrzeuge bestehen dann im Wesentlichen aus Wasserdampf. Von entscheidender Bedeutung für die Umweltbilanz dieser Fahrzeuge sind die Gesamt­emissionen inklusive der Emissionen, die bei der Herstellung und vorgelagerten Produktionskette von Wasserstoff entstehen. Wird der Wasserstoff durch Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, ist die Umweltbilanz positiv, jedoch sind dabei auch die Umwandlungsverluste und Wirkungsgrade zu berücksichtigen. Pilotprojekte und Flottenversuche verschiedener Fahrzeughersteller sind gestartet. Die Marktreife solcher Fahrzeuge wird erst in einigen Jahren erwartet. Mit dem klimaaktiv mobil Programm des BMLFUW werden auch Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb unterstützt.